Mit dem Tandem nach Rügen (2001)

Mit dem Tandem nach Rügen (2001)

Die Abfahrt ( 23.08)

Nachdem wir bis 13:00 noch fleißig gearbeitet hatten, fingen wir an, kaum zu Hause angekommen, das Tandem abfahrbereit zu machen. Unsere Taschen hatten wir zwar schon am Vorabend gepackt, es wurde aber trotzdem 16:30, bis wir endlich losfahren konnten.

Es gehts los!
Es gehts los!

Auf bekannten Wegen ging es über Herrmannsburg Richtung Müden, wo wir am Herrmann-Löns-Denkmal unsere erste Rast machten. Auf der Weiterfahrt nach Poitzen, "rutschte" plötzlich die Kette durch. Der Fehler war schnell behoben: Bei genauerem Hinsehen stellten wir fest, das wir beim Reifenwechsel am Vorabend ( auf den Marathon XR) den Schnellspanner nicht fest genug angezogen hatten und sich deshalb durch das an der Kassette angreifende Drehmoment, das Hinterrad verkantete.

Weiter gings... So langsam wurde es immer später, den letzten Campingplatz hatten wir in Ermangelung von Hinweisschildern hinter uns gelassen, der nächste war noch in weiter Ferne, als wir kurz vor Bode links eine einladende Wiese fanden.

Strecke ca. 60 km

Tag2

Da unsere Wasservorräte nur aus den Trinkflaschen bestand und wir es uns am Abend vorher haben richtig gut gehen lassen, wurde nur eine Katzenwäsche gemacht, und ohne Frühstück das Rad wieder vollgepackt. Nun ging es Luftlinie über Bienenbüttel zum ElbeSeitenKanal. Kurz vorher (in Niendorf) schnorrten wir bei einer älteren Dame Wasser und fuhren bei stetig steigenden Temperaturen immer am Kanal entlang bis Scharnebeck.

Dort angekommen holten wir endlich mit Müsliriegeln und den schon wieder sinkenden Wasservoräten unser Frühstück nach. Da wir vom Vorjahr in Erinnerung hatten, das die Wegstrecke zwischen Scharnebeck und Lauenburg kurzzeitig nicht 100% Tandemtauglich war, verließen wir hier den Kanal und fuhren auf der Straße nach Lauenburg. Dort kam uns ein Pärchen mit einem HasePino entgegen. Sofort nutzen wir die Gelegenheit zu einer kurzen Pause und einem Plausch unter Gleichgesinnten. Weiter gings der Straße entlang. Wir hatten die alte Salzstrasse bis Mölln noch in Erinnerung - mit Solos ist sie wirklich schön, aber mit Tandem und Hänger hatten wir uns nach dem Regen der letzen Tage gegen den Kanal entschieden.

In Dallendorf durften wir im Kindergarten unsere Wasservorräte wieder auffüllen. Spätestens kurz nach Mölln fingen wir langsam an diese Entscheidung zu bereuen. Der Weg blieb die ganze Strecke über hügelig und so kehrten wir ab Krummesse, reumütig zum Kanal zurück. In Kronsforde entdeckten wir direkt am Kanal einen Biergarten. Da wir noch über eine Stunde Zeit hatten, ehe wir in Lübeck erwartet wurden, kehrten wir ein und probierten erst mal ein großes Radler mit Himbeerbrause. So erfrischt fuhren wir weiter (super ausgeschildert) am Kanal entlang, direkt ins Zentrum von Lübeck, wo wir von unsern Bekannten freudig empfangen wurden.

Tag 3

Heute ist Ruhetag angesagt. Wir erkunden Lübeck zu Fuß.

Tag 4

Nach dem gemeinsamen Frühstück ( wenn man das um 12:00 noch so nennen darf) brachen wir mit großem Publikum gegen 12:30 auf. Auf der E22 fuhren wir zum Ärger der Sonntagsausflügler Richtung Dassow. Mit einem Schlenker über Pötenitz nehmen wir den Ostseeradweg Richtung Rügen in Angriff. Das stellt sich erst mal als großer Fehler heraus: Auf dem ersten Abschnitt verschwindet der Radweg phasenweise in bodenlosem Sand (bei 30° im Schatten). Nach ein paar Kilometern war der Weg dann durch alten Grenzplatten befestigt, doch diese waren mit längliche Löcher perforiert, in die unsere Reifen hervorragend passten! Da es immer wärmer wurde, bogen wir bei der nächsten Gelegenheit ab und schoben das Rad Richtung Strand zu einer kleinen Pause. (Das war auch wirklich der einzige Vorteil dieses Radweges - die ganze Zeit hatte man den Strand in unmittelbarer Nähe). Wir schlossen das Rad notdürftig ab, nahmen die Handtücher aus den Packtaschen und stürzten uns ins Wasser.

Nach dieser wunderbaren Abkühlung verließen wir schnellstmöglich den "Radweg" und fuhren Richtung Landstraße, um uns in Elmenhorst in einer kleinen Dorfkneipe mit Biergarten, ein leckeres Mittagessen zu gönnen. Da Boltenhagen zu überlaufen war, und sich zudem der Campingplatz als reiner Caravanplatz herausstellte fuhren wir erst mal weiter. Kurz hinter Wohlenberg standen wir dann im Stau (Rückreiseverkehr) - die Strasse war zu schmal um sich rechts an der Autokolonne vorbeizuschummeln, und da links von der Strasse ein Badestrand lag, waren wir sozusagen gezwungene uns bei bestem Wetter an den Strand zu lümmeln. Als nach ca. 1h der Autoverkehr so langsam nachließ und da uns Strand und Wetter so gefielen, fuhren wir schnell den nächsten Campingplatz (500m) an, um noch ein bißchen zu baden und den Tag ausklingen zu lassen, zumal sich eine Schlechtwetterfront abzeichnete.

Strecke ca. 65km

Tag 5

Es regnet - also wird erst mal ausgiebig gefrühstückt, geduscht ... als um 12:00 der Regen immer noch nicht nachlässt, beißen wir in den sauren Apfel und bauen das Zelt im Regen ab. Alles wird in den Bob und den Ortliebs wasserdicht verpackt, das Zelt oben draufgeschnallt und los geht's... (Mal wieder mit angezogener Arai - was in Verbindung mit dem Regen für Richtig gute Stimmung sorgte).

Auf dem Weg nach Wismar bessert sich das Wetter, so dass wir einen kurzen Stadtbummel machen. Wismar ist sehr schön, nur leider haben die Stadtväter aus dem wunderschönen Marktplatz einen Parkplatz gemacht - hoffentlich wird das irgendwann geändert. Auf der Suche zurück zum Ostseeradweg spricht uns ein Passant an und erklärt uns den Weg dahin ( nochmals Dankeschön !) Ab hier ist der Radweg einfach prima! Super ausgeschildert und immer wieder findet man eine Rast- bzw. Schützhütte.

In Kühlungsborn machten wir uns nach schlappen 58km auf die Suche nach einem Campingplatz. (Das war zwar der teuerste aber auch der luxeriöseste, den wir auf der ganzen Reise hatten). Nach einem leckeren Abendbrot mit Kartoffelpü, Fischstäbchen, Gemüse, Apfelmus, Milchbrötchen usw., machten wir noch einen Abendspaziergang am Strand. Es war zwar leider zu kalt und zu windig zum baden, aber es machte riesigen Spaß die Wellen und die Surfer zu beobachten.

Abendessen in Kühlungsborn
Abendessen in Kühlungsborn

Tag 6

Es ist schon 10:30 als das Zelt abgebaut und wir wieder unterwegs sind. Heute haben wir uns als Ziel Fischland vorgenommen. Durch die stürmische Nacht, ist unser Weg bis Warnemünde von Ästen übersäht - und so kam es, wie es kommen musste: Durch einen der hochfliegenden Äste verklemmte sich die Synchronkette zwischen Kurbel und Ritzel. Aber nach einigen Minuten war die Kette wieder fahrbereit (Schnell Auf- und Zugenietet) und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. In Warnemünde nahmen wir die Autofähre, und während ich die süßen Matrosen auf einem kreuzenden Schiff bewunderte, nahm sich der Wind meiner Mütze an.
Auf der Fähre.
Auf der Fähre.

Wir fuhren weiter, ich von nun an ohne Kopfbedeckung, auf dem Ostseeradweg nach Graal-Müritz. Dort irrten wir eine Weile durch die Stadt, bis wir schließlich den Strand und den Ostseeradweg wiederfanden. Bei heftigsten Nord-Westwind erreichten wir Wustrow. Bei schönem Wetter ist diese Strecke sicherlich idyllisch - da die Strecke aber direkt an den Dünen endlangführt, schlug uns ein richtiger Sandsturm ins Gesicht.

Da wir uns für Wustrow nicht so recht begeistern konnten nahmen wir uns als heutiges Endziel den Campingplatz in Wiek vor - leider war dieser nicht auffindbar, so dass wir nun bei heftigsten Gegenwind unser Glück in Prerow versuchen wollten. Dort hatten wir dann mehr Glück - wir fanden einen Campingplatz direkt am Strand und bekamen zusätzlich die Info, das die Fähre mit der wir nach Hiddensee wollten am nächsten morgen um 8:50 in Zingst losfährt. Also wird der Wecker auf 7:00 gestellt, und nur das notwendigste ausgepackt. Nach dem obligatorischen Strandspaziergang kuschelten wir uns total müde in den Schlafsack.

Km 95

Tag 7

Schnell das Zelt eingepackt und los geht's Richtung Zingst - Leider haben wir die Strecke unterschätzt, und mussten uns ganz schön sputen. Pünktlich erreichen wir den Hafen und bezahlen (wie nachher überall) 2 Personen und 2 Fahrräder. Auf der Fähre frühstücken wir erst mal ausgiebig.

Gut gesättigt und frohen Mutes erreichen wir Vitte und steuern die Zimmervermittlung von Hiddensee an. Hier erwartet uns eine böse Überraschung: Die Dame dort erklärt uns: "Immer diese Radtouristen, die nur eine Nacht bleiben wollen. Hier gibt es zur Zeit nur Zimmer für mindestens 3 Nächte und nicht unter 180 DM die Nacht". Also beschränken wir uns auf eine kleine Tagesetappe - erst mal Richtung Niendorf - dann wieder hoch bis Kloster - aber die einzigste Strasse ist so voll, dass wir nach dem 100ten "Oh ein Tandem" die Lust verlieren und die nächste Kneipe in Vitte ansteuern. Am Hafen finden wir ein kleines Fischrestaurant. Dort warten wir die Zeit ab, bis die nächste Fähre nach Breege abfährt.

Hiddensee/Hafen
Der Hafen von Hiddensee
Der Kapitän der Juliusruh murrte zwar kurz: "das ist ja fast ein Motorrad" nahm uns dann aber doch mit nach Breege.

Dort steuerten wir einen der vielen Campingplätze zwischen Juliusruh und Altenkirchen an. Hier gefiel es uns so gut, dass wir spontan beschlossen gleich 3 Nächte zu bleiben. Der Platz hatte zwar nur die notwendigsten Sanitären Anlagen, dafür war die Lage einfach fantastisch: Direkt an einer Steilküste.Nach dem Abendessen gab's als krönenden Abschluss einen großen Topf voll MousseOChocolat direkt auf "unserer" Bank mit Blick aufs Meer.

Unsere Bank
"Unsere" Bank
Der Zeltplatz
Der Zeltplatz

Gefahrene km ca. 30

Tag 8

Endlich mal ohne Gepäck unterwegs - los geht's direkt auf dem Weg vorm Campingplatz nach Vitt und dann weiter nach Kap Arkona. Hier finden wir an der Steilküste Treppen, die wir natürlich gleich zum Strand herunterstürmen. Bei der "Umrundung" des Kaps finden wir auf der anderen Seite eine weitere Treppe, über die wir wieder zu unserem Rad zurückkehren.

Blick von Vitt nach Kap Arkona
Blick von Vitt
nach Kap Arkona
Umrundung
Umrundung

Im Norden geht's dann weiter und dann im Bogen über Wiek retour nach Breege. Hier machen wir es uns im Hafen gemütlich und lassen uns einen leckeren Dorsch schmecken.

Tag 9

Heute haben wir uns den Königsstuhl vorgenommen. Immer an der Küste entlang hangeln wir uns über Glowe nach Lohme. Das letzte Stück geht auf einem Feldweg durch den Wald hoch auf 117m. Kaum oben angekommen findet mein Mann schon wieder eine Treppe! Natürlich müssen wir auch hier runter zum Strand. Das Panorama unten ist herrlich, so dass sich der Weg wirklich lohnt, auch wenn es diesmal keinen Rundweg gibt, und wir uns auf dem gleichen Weg wieder hochschnaufen müssen.

Auf dem Kreidefelsen
Auf dem Kreidefelsen
... und der Blick von unten
... und der Blick von unten.

Die nun heiß ersehnte Abfahrt nach Saßnitz lässt auf sich warten, die Strasse führt erst noch mal hoch bis auf 150m. Dann erreichen wir endlich Saßnitz. Die Altstadt und der Hafen sind absolut sehenswert.

Sassnitz/Hafen
Sassnitz
Darum schlendern wir gemütlich an der Promenade entlang und erkunden den Hafen bevor wir uns auf den Heimweg machen.

Auf dem Rückweg stocken wir in Sagard bei einer Supermarktkette unsere Vorräte auf, um dann doch noch nach Breege zu fahren und dort den Rest zu kaufen. Müde erreichen wir unser Zelt und lassen den letzten Abend an unserer Bank gemütlich ausklingen.

Tag 10

Heute nehmen wir schweren Herzens Abschied von unserem Campingplatz. Nachdem wir zur Verwunderung unseres Nachbarn alle unsere Sachen, inklusive Morgentau auf dem Zelt, wieder irgendwie in den Taschen untergebracht haben, fahren wir die Strecke von gestern zurück Richtung Sagard. Dort biegen wir von der Hauptstrasse ab, und steuern nun weiter über Neu Mukran an der Prora vorbei Richtung Binz.

Als wir uns Prora genauer ansehen, kommt vom Hänger erst ein kurzes Klonk und dann ein ekliges, schabendes Geräusch. Als wir uns nach der Vollbremsung umsehen können wir das Problem mühelos erkennen: Wir haben das Rad vom Bob verloren! Unbemerkt hatte sich der Schnellspanner aufgrund der vielen Kilometer Kopfsteinpflaster gelockert um sich nun an der Bordsteinkante zusammen mit dem Hinterrad zu verabschieden. Nachdem wir Bob und Hinterrad wieder zusammengebracht haben, sind wir erleichtert, dass uns das nicht einige Kilometer früher direkt auf der Hauptstrasse passiert ist.

Kurze Zeit später erreichen wir ohne weitere Zwischenfälle Binz. Da wir aber in den letzten 3 Tagen nur kleine Dörfer und viel Natur genossen hatten, erschlägt uns Binz regelrecht. Spontan entschließen wir uns weiter nach Sellin zu fahren. Als wir uns dem Ortsausgang von Binz Nähern kommen wir am Bahnhof des ‚Rasenden Rolands' vorbei, während gerade eine der Dampflock gezogenen Züge einfährt. Das müssen wir sofort fotografieren!

Der Rasende Roland
Der Rasende Roland
Als wir anhalten und den Zug genauer betrachten staunen wir nicht schlecht: Er fährt nach Gören und hat 2 komplette Anhänger nur für Fahrräder. Sofort versuchen wir herauszufinden, ob die auch Tandems mitnehmen: und wirklich: der Zugführer bestätigt nicht nur unsere Frage, er hilft auch beim Einladen des Gepäcks und des Fahrrades. Natürlich kann man in so einem Zug nicht schnöde im Abteil sitzen - darum stellen wir uns nach draußen. Leider geht dabei unsere Radkarte von Rügen und Usedom "über Bord", so dass wir später auf der Reise eine Zeitlang improvisieren müssen, da wir keinen Ersatz dafür finden.

In Göhren angekommen gönnen wir uns ein Hotel und breiten erst mal unser Zelt im Hotelzimmer zum trocknen aus. Als wir dann noch den Handtuchwärmer entdecken, wird erst mal alles gewaschen und im Badezimmer zum trocknen aufgehängt. Da nun eh warten angesagt ist, machen uns auf, die Halbinsel von Göhren (das "Nordperd") zu Fuß zu entdecken.

Den Südstrand hatte die Vogelwelt erobert (u.a. Dutzende Schwäne), da er zum baden eher ungeeignet war.

Südstrand von Göhren
Der Südstrand von Göhren

Am Nordstrand angekommen bereuten wir dann unseren Entschluss die Handtücher im Hotel gelassen zu haben, nutzen dann aber doch den wunderbaren Sandstrand zu einer kurzen Abkühlung.

Im Hotel angekommen entdeckten wir dann noch zu unserer Freude, dass in diesem Hotel die Saunabenutzung im Preis inbegriffen ist. Anscheinend hatte dies außer uns keiner bemerkt, so dass wir die Sauna ganz für uns hatten.

Übernachtung im Hotel Nordperd DZ150DM inkl. Sauna und herrlichem Frühstücksbüfett .

Tag 11

Nach einem ausgiebigen Frühstück packen wir in aller Ruhe unsere sauberen und trockenen Sachen zusammen und rollen gemütlich den Berg zur Seebrücke Göhren hinunter. Dort legt pünktlich um 9:30 unsere Fähre nach Peenemünde ab. Lange überlegt die Besatzung ob ein Tandem mit Hänger nun mit einer oder zwei Fahrradkarten zu berechnen sei, doch da wie bei allen Fähren vorher die Besatzung beim Einladen geholfen hat, zahle ich freiwillig für 2 Fahrräder.

Nach einem Abstecher in Peenemünde im historisch-technischen Informationszentrum versuchen wir uns mit einer mehr als mangelhaften "Ersatzkarte" wieder auf den Weg zu machen.

Möglichst schnell versuchen wir nun wieder in ein Gebiet zu kommen, dass durch unsere verbliebenen Radkarten abgedeckt wird. Der gewählte Weg führt nun als erstes nach Wolgast und dann weiter auf der B111 bis Gützkow. Hier stellen wir bei einer kurzen Zwangspause (es fing an zu regnen) fest, dass der Bolzen vom hinteren Dämpfer gebrochen war. Dank des umfangreichen Werkzeugsortiments meines Mannes (immerhin ca. 2kg) fand sich schnell eine passende Ersatzschraube, mit der der Schaden erst mal behoben war. Da wir in Gützkow weder Hotel noch Campingplatz ausmachen konnte und in unserer Karte solche Informationen auch gar nicht verzeichnet waren fuhren wir auf gut Glück weiter.

In Jarmin fanden wir dann mit Hilfe anderer Tandemfahrer ein preiswertes Hotel. Erfreut stellten wir fest, das wir dort auch noch ein reichhaltiges Abendbrot bekommen konnten. Zum Nachtisch mussten wir dann auch noch unbedingt den Schwedenbecher ausprobieren: Apfelmus mit Vanilleeis und Schlagsahne. So gesättigt und müde fielen uns bald die Augen zu. Wir hatten zwar nicht viele Kilometer gefahren, aber den ganzen Tag kräfteraubenden Gegenwind.

Tag 12

Immer noch dem Wind entgegen und der Bundesstrasse folgendend erreichten wir bald Demmin. Nun konnten wir endlich die verhasste "Notkarte" wegwerfen. Nachdem wir bei Aldi das wichtigste eingekauft hatten (Schokolade!), folgten wir dem Radfernweg Richtung Kummerower See. Die hervorragende Beschilderung und die zahlreichen Rastplätze für Radler mussten wir dann leider alsbald bezahlen: Die verantwortlichen sind hier ganz vernarrt in Radwege mit Absperrungen ( jeweils am Anfang und am Ende), die für Tandems nicht passierbar sind. Selbst beim Durchschieben mit "normalen" Fahrrädern mit Packtaschen kann es meiner Meinung nach zu Problemen kommen. Der lokale ADFC hat mir aber versprochen, dieses Problem noch mal anzugehen. Ab Malchin kürzten wir dann ab, und fuhren Luftlinie immer leicht Hüglig nach Waren.

Rasthütte
Rastplatz
Waren
Waren

Bei einem Blick in unsere Karte stellten wir fest, das es eine Fährverbindung über die Seenplatte nach Plau geben soll. Im Hafen angekommen wurde uns das bestätigt, und so buchten wir schon mal für unser Fahrrad einen Platz für die Fahrt am nächsten Morgen um 10:00 Uhr. Alsdann machten wir uns auf die Suche nach einem Hotel. Beim anschließenden Stadtbummel fanden wir auch gleich ein Restaurant, in dem wir dann später erste Erfahrungen mit dem Essen von einem Heißen Stein sammeln konnten. Vorher buchten wir allerdings gleich für die nächste Nacht ein Hotel aus dem bisher umsonst mitgeschleppten Unterkunftsführer Bett&Bike, da ich am nächsten Tag Geburtstag hatte.

Tag 13

Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir mit der Fähre Plau. Da unser heutiges Ziel Ludwigslust war, fuhren wir erst mal los. Die erste Etappe war Lübz, wo wir vorbei an der Brauerei wieder einen Radfernweg testen wollten. Der auf der Karte, als gut ausgebaut ausgewiesene Radweg zwischen Beckendorf und Lancken, entpuppte sich als übler Feldweg, so dass wir den Radfernweg sicherheitshalber nicht weiter verfolgten und nun den direkten Weg über Parchim nach Ludwigslust wählten.

Kaum in Ludwigslust angekommen, noch auf der Suche nach dem Hotel, verließ uns kurzzeitig unser Wetterglück und wir kamen in den Genuss einer kostenlosen Dusche. Das Hotel hier ist einfach traumhaft. Wir suchten unsere besten Klamotten (fanden aber keine) und nach einer ausgiebigen Dusche feierten wir mit einem nicht ganz billigen aber erstklassigem Essen im integrierten Restaurant meinen Geburtstag.

Letzter Tag.

Als letztes Ziel haben wir uns heute Uelzen vorgenommen. Der Dämpfer am Tandem ist mittlerweile völlig hinüber, die Synchronkette macht Ärger, dem Ersatzbolzen trauen wir nicht mehr so viel zu und zudem wird das Wetter immer schlechter, so dass wir keine Lust auf weitere Schlenker haben. Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns Richtung Dömitz auf. In Dannenberg legen wir noch eine kurze Mittagspause ein, um dann auf der B191 direkt nach Uelzen zu fahren.

Auch auf dieser Etappe stellten wir fest, das uns die LKWs mit respektvollen Abstand überholten, während sich viele Autofahrer über unsere Dreistigkeit einfach auf einer Bundesstrasse zu fahren sichtlich ärgerten. In Uelzen angekommen statteten wir dem Radladen Cordes noch einen kurzen Besuch ab, um uns zu erkundigen, ob unsere Lieger schon da sind.

Dann setzten wir uns in den nächsten Bummelzug nach Hause. Der Zugführer war von unserem Tandem so begeistert, das er den Hänger total ignorierte, so das wir mit den 2 obligatorischen Radkarten durchkamen.

Endlich wieder zu Hause.

Gleich am nächsten Tag brachten wir das Tandem nach Celle zu unserem Radladen. Der Dämpfer und der Bolzen werden uns auf Garantie kostenlos ersetzt.

Fazit: Die Ostseeküste und Rügen haben uns Super gefallen - wir überlegen, ob wir bei nächster Gelegenheit wieder in diese Richtung fahren. Der Entschluss vor der Radtour unsere schmalen Reifen (32) durch breitere (42) Marathon XR auszutauschen, war angesichts der teilweise schlechten Wege und des vielen Kopfsteinpflasters sehr gut.

Monika Dannhauer