Reisebericht: Slowakei mit dem Tandem 1999 Zugfahren in der Slowakei
Die Eisenbahn bringt einen langsam, aber sicher überall hin. Sie ist sehr pünktlich(!) und außerdem preiswert (0,3 Pfennige/km). Das Personal spricht oftmals keine Fremdsprache, ist aber sehr hilfsbereit.
Eine Eigenart der Bahn ist unbedingt zu beachten: Selbst kleinste Regionalzüge haben Kurswagen, die manchmal unerwartet auf irgendeinem kleinen Bahnhof abgekoppelt werden. Außerdem ist es üblich, daß Züge mit unterschiedlichen Zielen an demselben Bahnsteig unmittelbar hintereinander stehen. Man sollte sich nicht scheuen, häufiger nachzufragen, ober der fragliche Zug bzw. Waggon auch der richtige ist.
Gepäck kann auch bei kleinen Zügen 1/2 h vorher aufgegeben werden. Fahrräder werden grundsätzlich wie ein Gepäckstück behandelt. Man muß sie also abgegeben und darf sie erst am Ziel gegen Quittung wieder in Empfang nehmen. Eine Radtasche, die beim Abgeben am Rad bleibt, ist während der gesamten Fahrt unerreichbar! Manchmal darf man noch beim Einladen des Rades in den Gepäckraum helfen. Wenn man allerdings das Fahrrad in den Zug lädt, ohne einen Gepäckschein zu haben, stürzt man den Schaffner in Wut und Verzweiflung, weil es für diesen Fall keine Verwaltungsvorschrift gibt. Er kann dann nicht einmal die sonst übliche Gebühr von 20 Kronen (1DM) kassieren.
Noch ein Wort zur Anreise: Wenn man aus Deutschland mit einem direkten Zug (z.B. Dresden - Preßburg) in die Slowakei fährt, erhält man von der Deutschen Bahn die Auskunft, daß Fahrräder nur bis zur Grenze mitgenommen werden. Die Radfahrerauskunft der DB hat uns aber den Tip gegeben, in Deutschland bis zur Grenze zu bezahlen und dann das Fahrrad einfach im Zug zu lassen (festschließen). Eventuell kassieren die tschechischen Schaffner 50Kronen (2,50DM) und die Slowakischen auch. In unserem Fall ist gar nichts passiert. Die Rückfahrt war schon problematischer: In Preßburg auf dem Bahnhof erhielten wir die Auskunft, man könne am Schalter nur Fahrkarten lösen. Für Fahrrad (und im Nachtzug für den Liegewagen) bezahle man im Zug. Dort wollte man uns aber dann (23.00 Uhr!) nicht ohne Gepäckschein einsteigen lassen. Manche Leute haben für solche Fälle den eisenbahntypischen Vierkantschlüssel dabei und können sich ihr Gepäckabteil selbst öffnen. Und wenn das Fahrrad dort erstmal festgeschlossen ist...
Für Süddeutsche wird auch die Anreise über Wien (mit dem Zug) und dann über den Donauradwanderweg nach Bratislava empfohlen.

18.9.99, Thomas Kinder
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Jörg Buchholz