Veloland Schweiz 2002

Im Juli 2002 starteten wir von unserer Haustüre in Titisee-Neustadt aus in Richtung Schweiz mit dem vorläufigen Ziel die Schweizer EXPO 02 zu besuchen. Daraus wurde eine Rundfahrt durch die Westhälfte der Schweiz mit 15 Fahrtagen und knapp 1200 km.

Tandem:
Montague TriFrame (faltbar) mit nachgerüsteter Straßenausstattung (Gepäckträger, LowRider, Schutzbleche, Dynamo-Lichtanlage).
Bereifung:
38-559
Änderungen zur Grundausstattung:
Magura HS22 Felgenbremsen mit Steelflex Leitungen, Arai Trommelbremse, vorne Besenstiellenker mit Hörnchen, hinten BullBar.
Hinterradnabe:
Prototyp der Fa. FTF mit Klemmkörperfreilauf (traf erst 5 Tage vor dem Start ein).
Außerdem:
Ein BOB Yak für die sperrigen Teile (Zelt, Schlafsäcke, Isomatten).
Gepäck:
Alles für das Zeltleben (Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Kocher, Lebensmittel, Klamotten, ..). Insgesamt so um die 45 kg incl. Lebensmittel, Packtaschen und Anhänger.
Wir:
m 32 (halbwegs trainiert), w 29 (Kondition: Was ist das?), Lebendgewicht zusammen 140 kg.
Die Strecke:

  1. Titisee-Neustadt - Rothaus - Tiengen - Villigen (Veloroute 5 + 8): 72,6 km
  2. Villigen - Brugg - Aarau - Olten - Solothurn: 90 km
  3. Solothurn - Brügg - Biel - Erlach, Platten am BobYak: 62,4 km
  4. Besuch EXPO 02: Erlach - Neuchatel (Arteplage) - Murten (Arteplage) - Erlach: 66,5 km
  5. Ruhetag
  6. Erlach - Aarekanal - Aarberg - (Veloroute 8) - Wohlensee - Bern: 56,5 km
  7. Bern - Thun - Interlaken - Gießbachfälle - Brienz: 92,4 km
  8. Brienz (566 m) - Meiringen - Inertkirchen - Grimselpaß (2165 m) - Ulrichen (1347 m): 65 km
  9. Wandertag
  10. Ulrichen - Brig - Sierre - Granges: 90 km
  11. Granges - Sion - St. Maurice - Montreux - St. Legier: 100,4 km
  12. St. Legier - Lausanne - vor Morges: Defekt HR-Mantel (Karkasse) - St. Prex - Rolle: 57 km
  13. Rolle (380 m) - St. Cergue - Col de la Givrine (1232 m) - la Cure - le Rocheray - Lac du Joux (ca. 1000 m): 56,5 km
  14. Ruhetag
  15. Lac du Joux - Vallorbe - l' Auberson - Travers - La Chaux de Fonds: 95,4 km Col de??
  16. la Chaux de Fonds - Sainelegier - St. Brais - Montmelon - St. Ursanne - Ocourt: 58,6 km
  17. Ocourt - St. Hippolyt - Pont de Roid - Mandeure - Seloncourt - Delle - Joncherey: 79,2 km
  18. Joncherey - Dannemarie - Mulhouse - Bantzenheim - Hartheim - Freiburg - Titisee-Neustadt: 125,3 km

Das Wetter: Bis auf einen Regentag hatten wir immer Glück. Es war zwar manchmal kühl und nieselig, aber nie wirklich schlecht. Und pünktlich zu den Ruhetagen hatte es Badewetter. Die Überquerung des Grimselpasses fand (zum Glück?) bei tiefhängenden Wolken statt, daher war von den umliegenden Bergen und der noch vor uns liegenden Strecke so ziemlich nichts zu sehen.

Brienzer See
Brienzer See
Grimselpass
Grimselpa▀
Mittagsrast_an_der_Aare
Mittagsrast an der Aare

Die Strecke orientierte sich hauptsächlich an den Veloland-Schweiz Routen 5/8, 1 und 7. Die Velorouten 5 (Mittelland) und 8 (Aare) sind sehr schön geführt und perfekt ausgeschildert. Auch in den Ortschaften bestand nie die Gefahr die Route zu verlieren und an kritischen Stellen wurden Vorwarnungsschilder (z.B. im 100 m links abbiegen) aufgestellt. Die Wege sind entweder verkehrsarme Straßen oder Feld-, Waldwege mit gut fahrbarer Oberfläche. Die Veloroute 8 ist bis zum Bieler See uneingeschränkt Kinder tauglich. Danach wird es doch deutlich hügeliger und ab dem Brienzer See geht es 30 km bergauf zum Grimselpaß (1600 Höhenmeter). Der Grimsel empfing uns mit saukalten 8░C, heftigem Wind und Nebel - naja dafür war dann der Sonnenschein im Wallis umso besser.

Morgen_am_Doub
Morgen am Doub
Selbstportrait
Selbstportrait

Die Veloroute 1 (Rhone) ist im ersten Stück (bis Brig) nur als MTB-Teststrecke tauglich aber die Hauptstraße ist in diesem Bereich auch nicht zu stark befahren. Ab Brig nimmt der Verkehr auf der Hauptstraße und die Qualität der Veloroute deutlich zu. Allerdings ist bei der Veloroute 1 die Ausschilderung deutlich sparsamer, so daß es zum Teil in eine Schnitzeljagd nach dem nächsten Wegweiser ausartet (aber beim Tandem hat der Stoker ja genug Zeit sich umzusehen ;-). Die Streckenführung ist nicht ganz so schön wie die Route 8, aber zumindest ab Brig auch kindertauglich.

Rund um den Genfer See ist der Verkehr doch ziemlich nervend und auf weiten Strecken gibt es nur die Hauptstraße. Den Campingplatz in Rolle muß mensch weiterempfehlen - er ist sehr schön angelegt, gepflegt und für Schweizer Verhältnisse billig.

Solothurn
Solothurn
Wandereinlage
Wandereinlage

Die Veloroute 7 (Jura) haben wir kaum benutzt, da es im Jura sehr viele schwach befahrene Straßen gibt und die Veloroute (zum Teil im Zwang französisches Gebiet zu vermeiden) eine recht merkwürdige Streckenführung aufweist. Wir haben versucht auf dem Rücken des Jura entlang zu fahren. Bei der Abfahrt nach St. Ursanne (520 Höhenmeter auf 9 km) mußten wir einen Zwischenhalt einlegen, da die Arai-Trommelbremse massiv stank. Die schöne und sehr ruhige Straße von St. Ursanne nach St. Hippolyte führt immer am Doub entlang und der Campingplatz am Wehr vor Ocourt ist echt nicht schlecht. Für den Rückweg nutzten wir den steifen Rückenwind und ließen uns zuerst am Rhein-Rhone-Kanal, dann am Rhein entlang bis nach Freiburg blasen.

Noch Fragen? E-mail schicken.
Dagmar Beck und Oliver Nekola, beckola@gmx.de

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