Mit dem Tandem gegen Kinderarbeit in der Teppichfertigung in Indien!

Am Samstag, den 14. Juni, starteten Antje und Georg mit dem Tandem nach Leipzig zum Kirchentag. Das Motto Ihrer Fahrt war "Bike & Help". Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hatte bundesweit zu dieser Fahrradsternfahrt aufgerufen. 200 Fahrräder und ein Tandem waren dabei. Mit dieser Fahrradsternfahrt soll ein Hilfsprojekt in Indien unterstützt werden, das Kinder, die bis zu 14 Stunden am Tag in Teppichfabriken arbeiten, aus sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen befreit.

Das Geld wird gesammelt durch Kilometersponsoren. Z.B. 10 Pfennig pro Kilometer für 499 km Fahrtstrecke Darmstadt-Leipzig, gibt etwa 49,90 DM für direkte Hilfe in Indien. Antje und Georg haben DM 2300 zusammengeradelt. Besonders unterstützt wurden sie dabei durch die evangelischen Gemeinden in Wolfskehlen, Leeheim, die katholische Hochschulgemeinde in Darmstadt, das Fahrradgeschäft Luftpumpe und viele Kollegen, Freunde und Mitchristen. Prominente Unterstützung war ebenfalls angesagt. Auf der Schlußetappe in Leipzig war z.B. Heiner Geißler mit dabei. Insgesamt hat die Aktion DM 32000 gebracht, die ohne Abzüge nach Indien gehen.

Das Hilfsprojekt ist breit gefächert. Das wichtigste ist das Warenzeichen RUGMARK. Es wird für Teppiche vergeben, die garantiert ohne Kinderarbeit entstanden sind. Eine Entscheidung für einen RUGMARK-Teppich ist ein Beitrag zur Abschaffung illegaler Kinderarbeit. Langfristig dürfte das der einzige erfolgreiche Weg zur Abschaffung von Kinderarbeit sind.

Weiterhin wird Geld für Aufklärungskampagnen in den Herkunftsregionen der "Teppichkinder" zur Verfügung gestellt. Aber auch Programme zur medizinischen und psychologischen Betreuung der Kinder werden finanziert. Es wird dafür gesorgt, daß sie eine Schul- und Berufsausbildung erhalten. Die Kinder lernen Ihre Rechte kennen. Ihr Selbstbewußtsein wird gestärkt. Die Rehabilitationsarbeit wird durch Maßnahmen ergänzt, die das Einkommen der Familien verbessern. Auf diese Weise konnten 66 Schulen eingerichtet werden, in denen bisher 4500 ehemalige Kinderarbeiter unterrichtet wurden. Eine dieser Organisationen betreibt außerdem noch vier Werkstätten, in denen Mütter ehemaliger "Teppichkinder" Teppiche knüpfen bzw. Väter Fahrräder reparieren oder einen Arbeitsplatz als Tischler gefunden haben.

Oft hören wir das Argument, diese Kinder würden zum Lebensunterhalt der Familien. Das Gegenteil ist der Fall. Sie machen ihre Eltern arbeitslos. In Gegenden, in denen die Organisation RUGMARK erfolgreich ist, ist die Arbeitslosigkeit unter den Erwachsenen erheblich zurückgegangen.


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Georg Böger